KI-Governance
Aktualisiert: 7. Juli 2026

Policy-Bound Execution

Policy-Bound Execution bewertet jede vorgeschlagene Agentenaktion anhand einer veröffentlichten, versionierten Policy, bevor die Aktion ausgeführt wird.

Begriffserklärung

Policy-Bound Execution ist ein Ausführungsmodell, bei dem jede vorgeschlagene Agentenaktion anhand einer veröffentlichten, versionierten Policy bewertet wird, bevor sie ausgeführt wird. Drei Eigenschaften definieren das Modell. Die Bindung gilt einer bestimmten Policy-Version, sodass das zum Zeitpunkt jeder vergangenen Aktion geltende Regelwerk benannt, abgerufen und einem Auditor vorgelegt werden kann. Das Verhalten ist Fail-Closed: Ist der Entscheidungsdienst nicht erreichbar oder kann der Evidenzdatensatz nicht gespeichert werden, wird die Aktion nicht ausgeführt. Jede Entscheidung enthält maschinenlesbare Begründungscodes, sodass die Grundlage jedes Ergebnisses zum Zeitpunkt der Entscheidung erfasst wird.

Das Modell schließt zwei der Lücken, die das MAS-SAFR-Whitepaper (Safeguards for Agentic Finance at Runtime) in der aktuellen Governance-Infrastruktur identifiziert. Absicherung vor der Ausführung: Das Modellrisikomanagement validiert vor der Bereitstellung, und ein Audit prüft im Nachhinein, was geschehen ist; die einzelne Laufzeitentscheidung bleibt ungeprüft. Fragmentierung: Pro Bereitstellung konfigurierte Leitplanken erzeugen Aufzeichnungen, die nicht in einem einheitlichen Format auditiert werden können. Bei der Policy-Bound Execution ist der Entscheidungspunkt einheitlich, die Policy ein Governance-Artefakt und der Datensatz für jede Aktion gleich strukturiert. Die Bewertung wird zudem für jede Aktion in einem mehrstufigen Workflow wiederholt; ein Allow in einem Schritt verleiht im nächsten Schritt keine Befugnis.

In der Praxis hat das Muster zwei Hälften. Die Erstellung unterliegt der Änderungssteuerung: Policies werden versioniert, vor der Veröffentlichung gelintet und nach der Freigabe veröffentlicht. Die Laufzeitumgebung setzt sie durch: Die Engine prüft, ob sie die veröffentlichte, signierte Policy-Version besitzt, bewertet die Aktion und ordnet sie einem kleinen, geschlossenen Vokabular von Ergebnissen zu.

SAFR beschreibt dasselbe Muster über sein Controls Repository und seine Disposition Engine und formuliert die daraus entstehende Garantie als These: „Keine agentische Aktion erreicht die Ausführung, ohne deklariert, autorisiert und bewertet worden zu sein.“ Das Agentenmandat liefert die Befugnis, die die Policy durchsetzt. In KLA übernehmen Policy Builder und KLA Policy Engine diese Funktion in der SAFR-Implementierung.

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